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Die Gothic Kultur ist als Subkultur der Mittelpunkt der Schwarzen Szene . Sie entstand zu Beginn der 1980er Jahre aus dem Umfeld von Punk und New Wave. In der Gothik Kultur versammeln sich mehrere Stile, sowohl was Musik als auch was Mode betrifft. Gothik war in den 1980er und den 1990er Jahren besonders populär. Zusammengehalten wurden die vielen Subszenen durch den Gothic Rock und den besonderen Hang zum Thema Tod. Dies waren Themen und Stile, mit denen man sich im Rahmen der Gothik Kultur selbst neu inszenieren konnte. Visuelle Anleitungen dazu gaben Filme des Genres "Gothic Fiction".
Wie nennt man wohl jemanden, der sich der Gothic Kultur zugeneigt fühlt? Kurz und knapp: Goth. Untereinender ist diese Bezeichnung aber tabu. Schließlich will jeder als Individuum erkannt werden und nicht als Teil einer Kategorie. Die Musikindustrie wusste dennoch den Kult auch mit seinem Potential der Massentauglichkeit für sich zu nutzen. Gothic wurde zu einer Marke - und der Begriff erfuhr innerhalb der Szene mehr und mehr Kritik und Ablehnung.
Als Gothic populär war, waren es CD-Player oder gar MP3-Player es noch lange nicht. Daher tauschten die Goths rauschanfällige Magnetbandkassetten und schnitten Radiosendungen wie "Parocktikum" mit, die heute als Kult gelten. Bekannte Bands wie Alien Sex Friend, Joy Division, Bauhaus, The Cure, die Einstürzenden Neubauten oder Dead Can Dance wurden durch diese Sendung bekannt und berühmt, zumindest im Osten Detuschlands. Auch einige deutsche Bands bereicherten die Szene, darunter Rosengarten, Die Art, Happy Straps oder Die Vision. In der ehemaligen DDR jedoch war der Musikstil verpönt. Schallplatten oder Kassetten konnte man höchstens über Ungarn, Polen oder die Tschechoslowakei besorgen, landeseigene Veröffentlichungen wie die des Labels Amica waren schnell vergriffen. Klar, dass die schwierige Beschaffung der Kassetten deren Wert - und nicht nur den materiellen - noch einmal steigerten.
Aber nicht nur die Musik half der Gothic-Generation, ihre Gefühle und Persönlichkeit auszudrücken. Besonders wichtig war den Goth auch die Mode, und diese sollte vor allem kreativ sein. Wer so richtig "gruftig" aussehen wollte, der erhielt die Accessoires und Kleidungsstücke nicht von der Stange aus dem Kaufhaus. Selbst nähen war sowieso angesagt. Und als Schmuck mussten schließlich Elemente aus dem Sanitärbedarf im Baumarkt herhalten - die wesentlich cooler waren als der Modeschmuck von der Kaufhauskette. Ein wesentliches Element der Gothic Mode waren Nieten. Nieten auf Gürteln, Halsbändern und Armbändern waren ein Muss - und auf den Schuhen durften sie ebensowenig fehlen.
Die Farbe der Wahl war natürlich Schwarz. Und eine echte Wahl hatte man dabei nicht wirklich. Heute lebt ein Hauch von Gothic wieder in einer neuen Generation auf. Nun nennen sich die Anhänger Emos und laben sich ebenfalls an Vergänglichkeitsstimmung und Weltuntergangserwartung. Jedoch hat die Emo Kultur noch sehr viel mehr als die Kultur des Gothic einen starken Beigeschmack als Modegag. Und Schmuck aus dem Werkzeugregal käme den heutigen Anhängern dieser Subkultur wohl gar nicht mehr um den Hals. Das kann man von der Punk-Kultur zwar nicht sagen, doch auch sie ist allenfalls ähnlich der Gothik Kultur. Diese ist und bleibt wohl in der Geschichte einzigartig.